Die nachfolgend besprochenen kommerziellen Plakate oder Markenlogos dienen als Referenzbeispiele und stellen keine Auftragsarbeiten von COLONFILM dar. Die Anmerkungen beschreiben gestalterische Entscheidungen und keine gemessenen Kampagnenergebnisse.
Wenn es ein Element oder Zeichen gibt, das unsere Marke unverwechselbar macht, dann ist es das Logo. Doch es ist noch viel mehr: Es ist unser Weg, uns vom Wettbewerb abzuheben, und hat das Ziel, die von uns angebotenen Produkte oder Dienstleistungen klar zu identifizieren.
Nehmen wir als einfaches Beispiel das Ferrari-Logo: Wir sehen darin nicht bloß eine Automarke … Wir sehen hochklassige Sportwagen mit enormem Prestige und großer Geschichte, und viele von uns stellen sich vielleicht sogar vor, wie es wäre, selbst einen zu fahren.
Denn das ERSCHEINUNGSBILD des Unternehmens verdichtet sich im LOGO. Es ist ein Erkennungszeichen, das Kunden beim Betrachten anhand ihrer eigenen Erfahrungen und der Wahrnehmung anderer mit der Marke verknüpfen und idealisieren.
Deshalb ist es so wichtig, ein überzeugendes Logo für Ihr Unternehmen zu entwickeln
Schritt 1: Tauchen Sie tief in Ihr Unternehmen ein: Was möchte ich vermitteln?
Der erste Schritt zu einem passenden Logo für Ihre Marke besteht darin, das eigene Unternehmen genau zu analysieren – so wird Ihnen klar, was Sie vermitteln oder verkaufen möchten. Und dafür gibt es nichts Besseres, als sich ein paar gezielte Fragen zu stellen:
Warum möchte ich dieses Logo gestalten? Was ging mir durch den Kopf, als ich mich für die Neugestaltung entschieden habe?
Wie ticken meine idealen Kunden? Wie sollte das Logo wirken? (förmlich, ungezwungen, seriös, verspielt, akademisch etc.)
Was sind meiner Ansicht nach die 3 wichtigsten Eigenschaften meines Unternehmens?
Welche Begriffe, Bilder oder Motive könnten diese Eigenschaften am besten widerspiegeln?
Welchen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hat mein Unternehmen gegenüber den direkten Mitbewerbern?
Habe ich eine Vorliebe oder Präferenz für bestimmte Farben?
Zu Beginn verliert man sich leicht: Wenn die Richtung nicht eingegrenzt ist, könnte ALLES Teil des Logos werden. Es fällt schwer, klare Ideen zu fassen, und am Ende entstehen oft völlig zusammenhanglose Entwürfe. Indem Sie diese Fragen beantworten, grenzen Sie den gestalterischen Spielraum für Ihr Logo gezielt ein.
Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben, wissen Sie genau, welches Ziel Ihr Logo verfolgt, welche Wirkung es erzielen soll, welche Vorzüge und Eigenschaften es transportieren muss und welche Bildsprache sowie Farben am besten dazu passen.
Schritt 2: Brainstorming und Ideensammlung.
Jetzt folgt der wohl unterhaltsamste Moment des gesamten Prozesses – zumindest empfinde ich das so. In dieser Phase ist alles erlaubt: Wir schöpfen aus den Vollen, damit die beste Idee an die Oberfläche tritt. Genau das erreichen wir durch strukturiertes Brainstorming.
Ziel ist es, sämtliche Gedanken festzuhalten – und damit meine ich ausnahmslos ALLE Ideen, die Ihnen für das Logodesign in den Sinn kommen. WICHTIG: Diese Ideen sollten die meisten Anforderungen aus Schritt 1 erfüllen.
Nun erstellen wir eine Liste: Notieren Sie alles, was Ihnen zu dieser Vorstellung einfällt. Alles ist erlaubt, nichts ist falsch, es gibt keine schlechten Ideen und keine unpassenden Begriffe. In dieser Phase zählt Quantität vor Qualität.
Hier ist ein anschauliches Beispiel:
Soll das Logo beispielsweise für eine Konditorei stehen und das Gefühl von etwas „Süßem“ vermitteln, beginnt das Brainstorming ganz naheliegend: Cupcakes, Donuts, Schokolade, Milch, Erdbeeren, Mehl, Zucker, Liebe, Rosa, Creme, fluffig, farbenfroh, Freude – und so weiter, bis alle Assoziationen gesammelt sind..
Schritt 3: Die Wahl des Logotyps und der Schriftart.
Man könnte meinen, Logo sei gleich Logo – weit gefehlt. Sehen wir uns die unterschiedlichen Logo-Typen an, damit Sie herausfinden, welcher am besten zu Ihrem Vorhaben passt.
Vergleichen Sie eine Wortmarke (der reine Name in gesetzter Schrift), ein Bildzeichen und eine Bild-Text-Kombination. Entscheiden Sie, ob die Elemente stets als Einheit auftreten müssen oder auch getrennt voneinander funktionieren sollen.
Ganz genau, Sie haben es sofort erkannt: Nach allem, was Sie bisher wissen, fällt auf, dass Google auf eine Wortmarke mit Sans-Serif-Typografie sowie leuchtenden, sympathischen Farben setzt. Das ist das Paradebeispiel für Schlichtheit und Funktionalität.
Es ist faszinierend, wie eine schlichte Wortmarke ein ganzes Erfolgsunternehmen prägen kann, und Netflix ist der beste Beweis dafür: rote Typografie, Leidenschaft, Abenteuerlust, Stärke und Durchhaltevermögen. Alles aufgeladen mit cineastischem Flair – ein meisterhaft durchdachtes Logo.
Apple bedarf keiner langen Vorstellung. Über die Entstehung dieser Bildmarke kursieren viele Theorien, doch ihre Klarheit spricht für sich. Vielleicht führt auch das Design Ihrer Marke zu einem so prägnanten Bildzeichen, dass es sich sofort einprägt.
Ein Kreis mit dem Buchstaben „b“, der ganz bewusst an einen Kopfhörer erinnert: So simpel, dass er sofort im Kopf bleibt – stimmen Sie zu? Genau das ist der Ansatz von Beats Audio.
Starbucks’ Bild-Text-Marke hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt; die neuere Version wurde zu einer reinen Bildmarke, die nur noch das Icon der „zweischwänzigen Meerjungfrau“ zeigt, inspiriert von einem alten Holzschnitt. Jedes Mal, wenn wir diese Figur oder die typischen Farben sehen, bekommen wir Lust auf einen Kaffee oder Tee, nicht wahr? Tradition und Beständigkeit prägen diesen Entwurf.
Harley-Davidsons Emblem ist so zeitlos wie die Motorräder der Marke. Es ist das perfekte Beispiel für eine untrennbare Bild-Text-Marke, bei der das Bildzeichen ohne die Schrift nicht denkbar ist und umgekehrt. Diese Facetten sollten Sie bedenken, wenn Sie das Logo Ihres Unternehmens entwerfen – und ich stehe Ihnen dabei gern zur Seite.
Hier sind einige Ratschläge, damit Ihr Logo seine gesteckten Ziele auch wirklich erreicht:
Es ist GRUNDLEGEND , dass es sich an verschiedenste Formate und Medien anpassen lässt. Schließlich wird unser Logo an unterschiedlichsten Kontaktpunkten eingesetzt:
· Website des Unternehmens
· E-Mail-Marketing und Newsletter
· Verschiedene Werbeformate (AdWords, Facebook Ads etc.)
· Broschüren und Flyer
· Visitenkarten
· Zeitungen, Magazine etc.
Ein wichtiger Punkt: Gestalten Sie das Logo so, dass es sowohl horizontal als auch vertikal eingesetzt werden kann. Und damit es in kleinsten wie in riesigen Abmessungen gestochen scharf bleibt, legen Sie es unbedingt als Vektorgrafik an – so lässt sich die Größe verlustfrei skalieren, ohne dass das Bild verpixelt.
Nike ist eine weitere große Sportmarke, die durch eine flexible Bild-Text-Kombination geprägt ist: Bildzeichen und Schriftzug können gemeinsam oder getrennt voneinander stehen. Beide Elemente besitzen ein eigenständiges Profil und genießen weltweiten Wiedererkennungswert. Werfen Sie einen Blick in die Bildergalerie, um Anwendungsbeispiele der Marke zu sehen (Klick zum Vergrößern).
Samsung vollzog den Wandel von einer fest verschmolzenen Bild-Text-Marke zu einer klaren, modernen Wortmarke, die die vielseitige Produktpalette elegant zusammenhält … und ja, das Portfolio umfasst weit mehr als Smartphones, Tablets und Flachbildfernseher! In der Bildergalerie finden Sie einige Branding-Beispiele dazu.
XBOX ist ein weiteres Beispiel für eine Marke mit einer Bild-Text-Kombination, die sich flexibel in Bildmarke und Wortmarke aufteilen lässt und dennoch in beiden Formen stark bleibt. Diese Wandlungsfähigkeit im eigenen Logodesign mitzudenken, kann ein echter Vorteil sein … Was meinen Sie?
Und wie steht es um die Wahl der Schriftart? Man neigt oft dazu, nach kalligrafischen, verspielten oder modischen Schriften zu suchen – doch das ist selten die beste Wahl. Ein bewährter Grundsatz lautet: Setzen Sie auf eine hervorragend lesbare Typografie und überfrachten Sie das Design nicht mit Farben. Je reduzierter die Farbpalette, desto lesbarer und einprägsamer bleibt das Logo.
Schritt 4: Schlichtheit vor allem.
Manchmal schießt man vor Begeisterung über das Ziel hinaus, weil das Logo spektakulär auffallen soll – und landet am Ende bei einem überladenen, verschnörkelten oder verwirrenden Entwurf, sei es durch komplizierte Formen oder eine unruhige Farbgebung.
Gewiss: Ein solcher Entwurf weckt beim ersten Hinsehen vielleicht Neugier, doch auf lange Sicht bleibt er kaum im Gedächtnis haften. Schuld daran ist schlicht die visuelle Überfrachtung. Wenn alle erfolgreichen Logos eines gemeinsam haben, dann das: Sie sind mühelos wiederzuerkennen und brennen sich ein. Denken Sie daran: WENIGER ist MEHR.
Betrachten wir dieses Beispiel: Die renommierte Marke für Drucker, Computer, Elektronik und Bürobedarf, HP bzw. Hewlett-Packard, setzt auf ein minimalistisches Logo aus einem Kreis und den Initialen. Überall auf der Welt im Nu wiedererkennbar.
Ein weiterer Branchenriese, Amazon, nutzt eine Bild-Text-Kombination aus einer reduzierten, modifizierten Sans-Serif-Typografie und einem Symbol, das die Assoziation eines Lächelns weckt … oder ist es doch ein Pfeil? … Was meinen Sie?
Adidas verwendet eine Bild-Text-Kombination aus zwei Elementen: einem Bildzeichen und der Typografie. Die Sportmarke nutzt beide Elemente flexibel zusammen oder isoliert und erzielt damit weltweite Wiedererkennung. Je nach Auftritt Ihrer Marke kann ein solches System auch für Ihr Profil äußerst vorteilhaft sein.
Ich habe Ihnen bisher große Marken und ihre Logos gezeigt, damit wir gemeinsam von ihren Erfolgsrezepten lernen können. YouTube ist bemerkenswert unkompliziert: Für das überarbeitete Design wurden das Play-Symbol und die Typografie voneinander gelöst. Die enorme Reichweite dieser Plattform steht außer Frage – eine gestalterisch exzellente Lösung!
Was tun, wenn meine Idee bereits in einem anderen Logo existiert?
Es gibt weltweit Hunderttausende Unternehmen und damit ebenso viele Logos: Es ist vollkommen normal und sehr wahrscheinlich, dass manche Ihrer Einfälle, Bildideen oder Slogans bereits irgendwo verwendet wurden.
Gehen Sie keinesfalls davon aus, dass eine geringfügige Abwandlung das Logo eines anderen rechtssicher macht. Entwickeln Sie eine eigenständige Linie und prüfen Sie potenziell kollidierende Namen sowie Entwürfe sorgfältig, bevor Sie sich festlegen. Für einen Markteintritt in den USA erläutert das USPTO Rechercheverfahren zur markenrechtlichen Vorprüfung; holen Sie bei Bedarf qualifizierte Fachberatung ein.
Befolgen Sie diesen Rat: Setzen Sie auf originäre Bildideen und Aussagen, die sich nicht abgenutzt haben. Wenn Sie ein gegenständliches Motiv verwenden, verleihen Sie ihm eine unverwechselbare Note – ein Detail, das es klar von der Masse abhebt.
Schritt 5: Zeit, unser Logo zu zeichnen!
Zunächst greifen wir auf die Wortsammlung aus unserem Brainstorming zurück. Wenn Sie die vorangegangenen Schritte aufmerksam durchlaufen haben, sind gewiss hervorragende Ansätze entstanden. Nun übersetzen wir Worte in Bilder: Greifen Sie zu Stift und Papier und bringen Sie die Skizzen zu Papier.
Ja, ich weiß schon … Sie können doch gar nicht zeichnen!
Das spielt keine Rolle: Jeder kreative Schaffensprozess braucht Zeit, Übung, Handwerk und Know-how. Sollten Sie bei der finalen Umsetzung Unterstützung wünschen, stehe ich Ihnen gern zur Seite. Ich empfehle Ihnen, das Anfrageformular für Designprojekte auszufüllen, damit ich mehr über Ihr Logo erfahre und Sie individuell beraten kann, bevor Sie dieses Vorhaben in Angriff nehmen. Ich hoffe, diese Tipps waren hilfreich für Sie. Viel Erfolg bei Ihrem Projekt!
